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 BRK Starnberg / BRK & Starnberg / Geschichte |
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Das BRK: Eine Hilfsorganisation mit Geschichte


1911 Am 29. April 1911 gründet sich unter Mithilfe von Bürgermeister Rettenberger und Freiherr von Stengel im "Tutzinger Hof" die freiwillige Sanitätskolonne in Starnberg. Nur mit einer Rädertrage als Transportmittel ausgestattet, 36 Mann stark und mit einem Wachraum im Rathaus treten die Aktiven ihren Dienst an. Kolonnenführer ist ein Dr. A. Heiß. Im Beirat sind zusätzlich zu den Gründern Hans Marx, Otto Weigel und der Vorstand der freiwilligen Feuerwehr, Josef Fischhaber vertreten. Schon damals waren Krankentransport und Unfallrettung die Hauptaufgaben der Sanitätskolonne Starnberg.
1912 Ein Jahr später wird die Rädertrage durch den ersten Sanitätswagen, einen "Adler" ersetzt, es folgt ein Krankenwagen vom Typ "Horch". Kraftfahrer der ersten Stunde sind Alois Windsberger und der Zahnarzt Baur. Die Wagen halten ob der Belastung nie lange, werden zum Teil aus Ersatzmaterialien hergestellt und sind daher extrem reparaturanfällig. Die Inflation vernichtet den Erlös aus dem Verkauf eines Krankenwagens von 5.000 Reichsmark. Die Kolonne steht vor dem Nichts, und fünf lange Jahre müssen Verunfallte wieder mit der Rädertrage transportiert werden.
1914 Durch die Einberufung der Kolonnenmänner in den Soldatendienst gestaltet sich die Arbeit immer schwieriger. Viele Ehrenamtliche fallen im ersten Weltkrieg.
1923 In der Inflationszeit übernimmt Dr. Altner die erste Stelle eines Kolonnenarztes bei der nach dem Krieg dezimierten Sanitätstruppe. Zusammen mit dem Kolonnenführer Otto Weigel wirbt man im "Land- und Seenboten" um neue Mitglieder; 25 folgen dem Aufruf und lassen sich zu Sanitätern ausbilden. Auf das Engagement des Gemeindeoberlehrers Eugen Sporer ist es zurückzuführen, dass sich weitere 40 Freiwillige aus der Berufsschule — Durchschnittsalter 15 Jahre — verpflichten. Nach eingehender Schulung und mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres treten viele Jugendliche in den aktiven Dienst ein.
1927 Die sonntäglichen Wachen im Feuerwehrhaus erweisen sich als nicht besonders günstig. Über die Privatinitiative des Apothekers Gresbek erhält die Starnberger Sanitätskolonne ein Grundstück an der Wittelsbacherstraße in direkter Nähe des Bahnhofs. Dort wird schließlich ein eigenes Wachlokal eingerichtet.
1929 Die ersten Sanitätszüge in Tutzing, Feldafing, Gauting und Herrsching entstehen.
1931 Ab 1931 sind auch Frauen im Roten Kreuz aktiv: Die erste weibliche Bereitschaft wird gegründet. Die Ausbildung und ärztliche Leitung übernimmt Dr. Altner.
1939 Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges stellt die Arbeit der Kolonne in Frage. Jetzt übernehmen die Kameradinnen der Bereitschaft die schwere Aufgabe, in unzähligen Tag- und Nachtfahrten nach Bombenangriffen Verletzte zu bergen und zu transportieren. Vier der aktiven Frauen seien hier namentlich erwähnt: Frau Dr. Rösler, Frau Hartenstein, Fräulein Fiebelkorn und Fräulein Stiegler.
1945 Am 19. September beginnt der kommissarische Ministerpräsidenten Fritz Schäffer auf Geheiß der Militärregierung mit der Einrichtung einer gemeinnützigen, unpolitischen Rotkreuz-Organisation in Bayern. Die Besatzungsmacht beschlagnahmt das Wachlokal in der Wittelsbacherstraße in Starnberg. Kurzerhand stellt Justizrat Stiegler in seinem Haus einen Ersatzraum zur Verfügung. In der schweren Nachkriegszeit führt Chefarzt Dr. Schwerd die Rotkreuzler im Fünf-Seen-Land. Bedingt durch den Krieg, steigen die Krankentransporte sprunghaft an, so dass ein zweiter Krankenwagen, ein Ford V 8, angeschafft wird. Kurze Zeit später übernehmen allerdings durchmarschierende amerikanische Truppen das Fahrzeug.
1946 Der Katastrophenschutz formiert sich. Die ersten "K50" werden ausgeliefert. Das sind Holzkästen, die mit Verbandsmaterial für 50 Verletzte ausgelegt sind. Jede Kolonne im Landkreis bekommt ihren eigenen K50.
1950 Es geht aufwärts: Mit Behelfsfahrzeugen werden täglich 15 Krankentransporte gefahren. Schließlich können neue Krankenwagen —ein Opel P4 und ein Mercedes Benz — angeschafft werden. Wolfram Winter übernimmt die Aus- und Fortbildung der Kolonne. Das Kolonnenheim in der Von-der-Tann-Straße entsteht.
1957 Chefarzt Dr. Schramm leitet die ärztliche Betreuung der Sanitätskolonne in Starnberg.
1960 Der Kreisverband Starnberg zieht von der Holzbaracke in der Von-Der-Tann-Straße in das ehemalige Privat-Gymnasium "Golgade" in der Kaiser-Wilhelm-Str. 4. An die frühere Wäscherei baut das BRK einen Lehrsaal und die Garagen an.
1972 Die Schülertagesstätte in Aufkirchen bietet im alten Schulhaus als erster Hort in der Region Betreuung für Kinder nach der Schule an. Hannelore Bothe stellt Kreativität, Spiel und Freude an der Begegnung in den Mittelpunkt ihrer erzieherischen Arbeit. Seit dem Jahr 2000 ist das BRK Träger dieser Institution.
1974 Am 1.1.1974 tritt das Bayerische Rettungsdienstgesetz in Kraft. Damit übernimmt der Freistaat Bayern die Finanzierung. Die Selbständigkeit der Kreisverbände wird eingeschränkt. Als erster Kreisverband führt Starnberg "Essen auf Rädern" ein. Sieben Essen pro Tag werden von einem ehrenamtlichen Helfer im Landkreis ausgeliefert. Der Essensdienst ist auf BRK-Ebene der erste in Oberbayern. Mittlerweile zählt der Kreisverband elf hauptamtliche und mehrere hundert ehrenamtliche Mitarbeiter. Der Umsatz liegt bei 300.000 DM.
1976 In Starnberg wird die erste BRK-Sozialstation in Oberbayern eingerichtet. Anfangs waren es zwei Krankenschwestern und eine Altenpflegerin, die ihre Patienten zum Teil mit dem Fahrrad besuchten. Auch der Fahrdienst beginnt mit seinen Diensten, zunächst als Behinderten-Fahrdienst organisiert, mit den Zivildienstleistenden aus der Region.
1975 Das Notarztsystem, das sogenannte "Rendevoussystem" wird eingeführt. Arzt der ersten Stunde ist der Allgemeinmediziner Dr. Harro Honold, der sich bei Einsätzen mit dem Rettungssanitäter vor Ort trifft. Er bekommt extra vom Roten Kreuz einen Mercedes 190 für Notarzteinsätze gestellt.
1977 Aufgrund zahlreicher Anfragen aus der Bevölkerung eröffnet der Kreisverband die erste Kinderkrippe und geht mit 70.000 DM in Vorleistung. Anfänglich droht die Krippe zu scheitern, da zum Eröffnungstag nur eine Mutter mit Kind erscheint. Nach einem halben Jahr ist die Krippe mit 20-25 Kindern dann aber doch ausgelastet und entwickelt sich zur Vorzeigeeinrichtung im Landkreis. Fachleute aus ganz Bayern reisen an, um zu sehen, wie pädagogisch wertvolle Krippenbetreuung umgesetzt wird.
1978 Im Jahr 1978 eröffnet das Rote Kreuz in Starnberg das Kreisaltenheim in Garatshausen. Damit bietet der Kreisverband soziale Dienstleistungen für Jung und Alt im Landkreis an.
1980 Der erste BRK-Kindergarten öffnet am 1.10.1980 in Unterbrunn. Nur drei Monate später übernimmt das Bayerische Rote Kreuz Starnberg die Trägerschaft des Kinderheimes Waldeck in Dießen. Dort betreuen die Rotkreuzler verhaltensgestörte Kinder. Am 20. November 1980 entsteht außerdem in Privatinitiative der Club80, ein Club für Behinderte und Nichtbehinderte. Er bietet eine breite Palette an integrativen Freizeit- und Bildungsangeboten für Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche an. Hierzu gehören Besichtigungen, Ausflüge, Theaterbesuche, Tanzfeste und Wochenendfreizeiten.
1981 Der erste Kinderhort in Tutzing öffnet. Hier bekommen Grundschulkinder nach der Schule ein heißes Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und anregende Freizeitangebote.
1982 Die Hausnotruf-Zentrale geht im November ans Netz. Bis auf den heutigen Tag betreut sie ganz Oberbayern.
1983 Mit den ersten Computern beginnt auch im Kreisverband Starnberg das digitale Zeitalter. Ein Jahr später ist die EDV bereits fester Bestandteil der Administration. Die Mitarbeiterzahl liegt bereits über 80, der Anteil der ehrenamtlichen Arbeit bei 40 Prozent. Mittlerweile umfaßt der Haushalt 6,5 Millionen DM.
1989 In der damaligen Pionierkaserne in Krailling richtet das BRK ein Auffanglager für DDR-Flüchtlinge ein.
1990 Die OBA - die offene Behindertenarbeit - kooperiert mit der Lebenshilfe und der Caritas im Landkreis Starnberg. Die Schwerpunkte werden untereinander aufgeteilt: Die OBA des BRK betreut vornehmlich die ambulanten Dienste und den Freizeit- und Bildungsbereich, während sich die Lebenshilfe auf den familienentlastenden Dienst und die Caritas auf die Kontakt- und Beratungsstelle konzentrieren.
1994 Der Dorf-Kindergarten Wangen gründet sich nach jahrelanger Vorarbeit der Bürger im September 1994. Der Kindergarten ist in einem alten Schulhaus untergebracht. Zu St. Martin und dem Sommerstraßenfest versammelt sich das ganze Dorf — eine echte Idylle an der alten Starnberger Straße.
1995 Der Gautinger Kindergarten "Sonnenschein" kommt hinzu. Er bietet drei Gruppen Platz: Sternen-, Regenbogen- und Sonnengruppe. Der Kindergarten liegt in unmittelbarer Nähe zum damaligen Zentralkrankenhaus Gauting. Start für die BRK-Ungarnhilfe. Der Kreisverband Starnberg unterstützt das Rote Kreuz in seiner Patenstadt Nyireghiaza, im äußersten Osten an der Grenze zur Ukraine und Rumänien gelegen, wo besonders viele Arme leben. Unter der Schirmherrschaft von Prinz Leopold von Bayern veranstaltet der Kreisverband Starnberg zum ersten Mal ein Kinderfest im Schloßpark des Kreisaltenheimes Garatshausen. Die Auslandshilfe für die Ukraine gründet sich. Einmal im Jahr fährt ein Kovio unter der Führung von Karl Mayer von Starnberg mit medizinischen Hilfsgütern zur besseren Versorgung der ukrainischen Bevölkerung 3.000 Kilometer weit in den noch jungen Staat.
1996 In Hechendorf öffnet der vierte BRK-Hort des Kreises seine Tore. In den ehemaligen Räumen des Kindergartens, im Gebäude der Grundschule entsteht die neue Einrichtung. Bis zu 25 Schulkinder finden hier Mittagessen, Hausaufgabenhilfe und Freizeitangebot. Club80kids wird ins Leben gerufen, um auf die speziellen Bedürfnisse von behinderten und nichtbehinderten Kindern und Jugendlichen einzugehen.
1997 Der Gautinger Kindergarten startet als erster mit Erste-Hilfe-Kursen für Kleinkinder.
1998 Die Bewohner des Andechser Ortsteiles Frieding sind es leid, immer nach Andechs zu fahren und bauen sich ihren Kindergarten einfach selbst. Der neue Kindergarten Frieding ist leuchtendes Beispiel einer funktionierenden Dorfgemeinschaft.
1999 Das Kindernest Gauting wandelt sich von einer Elterninitiative zur BRK-Krippe. Die Halbtagsbetreuung für die Kleinsten kommt vor Ort gut an.
2001 Das BRK Starnberg feiert seinen 90. Geburtstag. Die Bilanz: 33 Veranstaltungen im Landkreis abgesichert, 3.800 Ausbildungsstunden absolviert. Bereitschaft und Rettungsdienst führen gemeinsam erfolgreich eine große Katastrophenschutzübung am Bahnhof in Tutzing durch. Für 40 Jahre Mitgliedschaft erhalten die BRK-Ehrennadel in Gold: Willi Jocher, Rudolf Mücksch und Robert Thiel.
2003 Die Gemeinde baut einen zweiten Kindergarten in Gauting. Das BRK betreibt den neuen "Hokuspokus".
2007 Das BRK gewinnt die Ausschreibung für die Trägerschaft für das neue Altenpflegeheim in Gilching. Eröffnet wird das Haus voraussichtlich im Jahr 2009. Zwei neue Krippen in Höhenrain und Tutzing kommen im September 2007 hinzu. Viele der mittlerweile sechs Horte erweitern nach großer Nachfrage ihren Platzbedarf. Die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter liegt jetzt bei etwa 600, und die Zahl der Ehrenamtlichen bei 1.000 aktiven Mitgliedern. Der Kreisverband Starnberg erwirtschaftet einen Umsatz von rund 18 Millionen Euro.
2009 Der RK Betreuungsgesellschaft des Bayerischen Roten Kreuzes wird der Zuschlag für die geplanten Baumaßnahmen und den Betrieb des Kreisaltenheims Garatshausen erteilt. Der Betreiber des renommierten Altenheimes ist weiterhin der Kreisverband Starnberg. Der Montessori Kindergarten in Feldafing wird neu vom BRK Kreisverband Starnberg betrieben.
2011 Kreisgeschäftsführer Jan Lang übernimmt das Ruder. Innerhalb kurzer Zeit wird ein neuer Standort für das nicht mehr sanierungsfähige Gebäude der Kreisgeschäftsstelle in der Kaiser-Wilhelm-Straße gefunden. Das alte Gebäude wird zum großen Teil in Eigenleistung der Ehrenamtlichen entkernt und abgerissen. Die Kreisgeschäftsstelle zieht in die Petersbrunner Straße 17. Das Bayerische Rote Kreuz Starnberg feiert im Jahre 2011 ein Jubiläum: 100 Jahre BRK Starnberg. Gefeiert wird mit dem Landkreis Starnberg, den Bewohnern des Landkreises, allen Freunden und Förderern des BRK Starnberg bei vielen attraktiven Veranstaltungen.
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